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Buch/ CD Neuerscheinung !

CD Cover TIM Schicker Trio

Peter Wendt, Hamburg, Author, Fotograf, Grafiker, Illustrator, Designer, Maler.

Verdrängung von Obdachlosen aus der City

 

 

 

      Die Schäbigen !

 

Hier ! Dort! Überall !

 

Ihre Mäntel haben mehr Löcher als ein Schweizer Käse, das Hemd ist zerschlissen, die Schuhe werden nur  noch von globaler Verantwortung zusammengehalten. Die Haut fahl, die Augen leer!

 

So vegetieren sie, jahrein jahraus. Die  gewählten Spiesser, die Blockflöten in der Bürgerschaft und im Senat nehmen sie schon lange nicht mehr wahr. Zu wenig mediales Potential !

 

Vergessen und abgeschrieben.

 

Wovon leben sie ?  Was essen sie ?  Wo schlafen sie? 

 

Was kümmert es dich! 

 

Manchmal schauen sie aber auch durch die geputzten, hellerleuchteten Fenster des Rathauses. Die goldenen, strahlenden Kandelaber des Willkommen Zentrums, welche Pracht. Der Bürgermeister begrüsst persönlich mit Handschlag, ermutigt, übergibt Umschläge, prall gefüllt mit Geld. Die Kameras surren leise, feiste Selbstzufriedenheit macht sich breit.

 

Willkommen für wen? Für was? Wem nützt es ?

 

Wie schäbig…..

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     Das Abteil !

 

Der Zug fährt ab!

 

Das Abteil ist leer und kalt.

 

- ich bin allein.

 

An der nächsten Station steigen Menschen ein.

 

Es wird laut und eng.

 

Die Felder, Wälder und Wiesen eilen an den Fenstern des Abteils vorbei.

 

Am Bahnhof steigen Menschen aus, neue kommen hinzu.

 

Unterhaltungen schwirren durch den Raum, es gibt wenig Augenkontakt. Belangloses findet seinen Weg.

 

Die Augen Liebender treffen sich, zwei Alte halten einander fest.

 

Wieder steigen Menschen aus, steigen zu, Kinder spielen im Gang.

 

Dann !  Zwei Augenpaare treffen sich, verstehen, lächeln, empfinden für einen kurzen Moment wohlige Wärme.

 

Weitere Menschen steigen aus, niemand kommt hinzu.

 

Der Zug nähert sich der Endstation, ich bin wieder allein.

 

                              Mir ist kalt....                                        

 

Peter Wendt, März 2016

Die Gabe

 

 

Wer gibt ist selig! 

 

Wer sich alles nimmt ist erfolgreich!

 

Was soll’s, wir geben ja auch zurück , steuerbefreit und progressiv.

 

Wir geben für unser Gewissen, ja wir geben für uns!

 

Wir geben für missbrauchte Mädchen, Flüchtlinge, Politiker, weit weit über dem Horizont, weit weg von unseren betrogenen Herzen.

 

Wir exportieren Waffen und Fernseher, unsere dekadente Kultur, wir perfektionieren Diskriminierung von Jungen, Alten, Kranken, Arbeitslosen, wir fördern modernes Sklaventum. 

Wir stehlen alles was nicht niet - und nagelfest ist.

Wir geben unser Bestes. Oh ja, wir sind selbstlos!

 

Wir geben, wir geben von Herzen?

 

 

Die Hand aber, die die Hand des Sterbenden hält, die eiternde Wunden wäscht; die Hand die dem Spekulanten sein schändliches Handeln vor Augen hält, die Hand die den alten Vater füttert, das weinende Kind tröstet und der Soldatin das Gewehr aus der Hand nimmt, ja diese Hand gibt!

 

 

                                                                                                                                               Peter Wendt, Januar 2016

Die Weihnachtsdiebe

 

Überall lauern sie, in den Ecken, in den Winkeln, in den Gassen unserer Stadt. 

 

Die Blicke gierig, die Herzen kalt, machen nieder voller Lust, alle Wärme und Herzlichkeit. Rational und scheinbar alles wissend und doch so bitter arm. Lächelnd ob der eigenen Macht - zu zerstören alle Illusion, zertreten sie Hoffnung - da wo sie noch keimt.

 

Zieren sich mit guten Taten, verdecken Schwärze des eigenen Gemüts, wollen Heiligenschein wo Ihr eigenes Unrecht blüht.

 

Gestohlen, auch den Geist der Weihnacht?

 

Doch  scheinbar nur, denn er lebt da wo auch nur ein Wort der Liebe fällt.

 

Mag der Zeitgeist auch proleten  - mit medialem Mund. Ist dies doch nur ein Hauch im Universum - der vergeht.

 

Weihnachten aber, Weihnachten lebt!        

 

 

                                                                                           Peter Wendt, Dezember 2015

 

                    Staatsakt ohne Volk!

 

Blauer Himmel steht über St. Michaelis; seit Tagen schweben Drohnen leise über der Stadt, hören jedes private Gespräch, niedrig fliegende blauweiss lackierte Flugzeuge notieren alles Leben in der Stadt.

 

Der grosse Platz vor der Kirche ist leer, das Volk wurde ausgeschlossen - stemmt sich gegen einen Wall uniformierter und  gepanzerter Leiber - mattglänzende Maschinenpistolen im Anschlag, jederzeit bereit zu schützen.

 

Drinnen im kühlen Kirchenraum sitzen sie: präsent - und doch einsam. Die Feisten, die wohlgenährten, die Täuscher und Speichellecker, die Elite der Inkompetenz.

 

Viele sind im Laufe ihres Lebens zu Mörderinnen und Mördern geworden, korrupt, verlogen, die wenigen gesprochenen Worte des Anstandes berühren ihre kalten Herzen schon lange nicht mehr. 

 

Diese Gemeinde ist heute, am Tag des Abschieds, keine Gemeinde; ist keine Gemeinschaft, ja sie hat ihre christlichen Werte und Wurzeln längst verloren, verleugnet, verkauft. 

 

Heute wird hier im Tempel Gottes, der Sucht, der Gier und der Niedertracht gehuldigt. Rechtzeitig zu Beginn des Weihnachtsgeschäftes.

 

Und doch:

 

Der Tod dieses Mannes und wichtiger sein Leben, hat viele Menschen draussen im Lande berührt, seine Taten Achtung und Respekt hinterlassen. Die meisten seiner aufrechten Weggefährten sind tot, die wenigen verbliebenen strahlen gegen den kalten Zeitgeist und die um sich greifende Gleichgültigkeit der regierenden Junta.

 

Draussen vor dem verschlossenen Tor steht ein kleiner Junge, verloren, Tränen laufen auf seinen Wangen herunter, und doch sind dies die Tränen - der Hoffnung!                                 

 

                                                                                                   Peter Wendt zur Beerdigung von Helmut Schmidt, November 2015

 

 

 

Pretty Blue Fish ( schönes und hässliches aus Hamburg)

 

 

Papierfetzen lungern an der Ecke, altes Gras nährt sich auf bröckelndem Beton, die auf ein Fenster geklebte „ Bild “ verwehrt den Einblick in das Innere des Hauses.

 

 

Blitzgewitter am Eingang zum Nobel Hotel: hochhackiges, ordinäres in Plüsch und Plumm; der unbezahlte Porsche steht allein in der Gosse.

 

 

Hellerleuchtete Fenster: Frack und Pellerine, Livree und guter Ton,

die alte „ Jette“ geht nach Hause.

 

 

Am Flughafen: wusch (!)  und noch mal wusch (!), die Zeit rennt, die Turbinen husten Krebsmoleküle über die Stadt. Am Fenster stehen ein Mann und seine Frau und rauchen eine Zigarette.

 

 

Am Tatort: Die Chefin, erdolcht ihren Mitarbeiter mit Worten, der Kaffee ist kalt. Alle gehen nach Hause und sind froh.

 

Im Einkaufszentrum: eine volle Eistüte schmilzt neben dem Abfallkorb, ein Hund macht sein Geschäft auf teurem Marmor, pralle Einkaufstüten, der Geschäftführer eines bekannten Hamburger Unternehmens erbricht teuer bezahltes in einen Blumenkübel.

 

 

Es ist fünf Uhr in der früh die Kälber stehen in langer Reihe vor dem Schlachthof. Es regnet. Auf dem Fischmarkt essen die Leute Currywurst.

 

 

Frau Pastor öffnet die Kirchentür, kalter Wind bläst in den leeren Raum. Der Bettler bleibt lieber draussen.

 

 

Jette, sitzt in der Küche und trinkt Kaffee, die ersten Sonnenstrahlen dringen in das Haus. Ihr ist warm, der Himmel ist blau.                               

 

   

 

                                                                                        Peter Wendt, 15.2. 2013

 

 

"Zitronen Jette" Henriette Johanne Marie Müller, 1841 Dessau - 1916 Hamburg.
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